Was tun, wenn das Kind krank ist?

Was tun, wenn das Kind krank ist?

Das Gesundheitsmanagement, betrieblich und persönlich, soll die Ausfälle wegen Krankheit verringern. Ob das bei dem sich derzeit anhaltenden Erkältungswetter so gut wirkt, das darf bezweifelt werden. Wiederholt sich doch alljährlich die Husten- und Schnupfenwelle auch im Frühjahr. Selbst dann, wenn man persönlich bisher verschont worden ist, bleibt immer noch der Unsicherheitsfaktor Kind. Die Anfälligkeit des Nachwuchses für Infekte ist bekanntlich je nach Alter um ein Vielfaches größer. Die unfreiwilligen, zusätzlichen Auszeiten der Eltern vom Job entsprechend häufig. Da können all die guten Vorsätze auch nicht mehr viel helfen.

Doch das Thema ist doppelt ernst. Geht es doch teilweise auch mit finanziellen Verlusten einher. Was also tun, wenn das Kind krank ist?

Kann ein Arbeitnehmer wegen der Krankheit des Kindes nicht zur Arbeit kommen, bietet sich vorrangig die Anwendung dessen an, was § 616 BGB beschreibt. Dort ist der Anspruch auf Entgeltfortzahlung geregelt, soweit für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit die Arbeitsleistung aus Gründen nicht erbracht werden kann, die nicht in der eigenen Person liegen. So beispielsweise, wenn man zur Pflege eines Kindes zu Hause bleiben muss.

In Anlehnung an § 45 SGB V wird hierbei ein Zeitraum von bis zu zehn Tagen angesetzt, in dem diese Fehlzeit ohne Verlust des Entgeltanspruchs bleibt. In vielen Arbeitsverträgen ist die Vergütungspflicht nach § 616 BGB jedoch ausgeschlossen. Erst in diesem Fall springt die Krankenkasse ein. Ist das kranke Kind bei den Eltern mitversichert, haben diese Anspruch auf Kinderkrankengeld unter Freistellung von der Arbeitspflicht.

Für die Fortzahlung des Arbeitsentgelts oder von Krankengeld bedarf es aber noch weiterer Voraussetzungen: 

So muss eine ärztliche Bescheinigung vorliegen, eine andere im Haushalt lebende Person kann die Pflege nicht alternativ übernehmen und das Alter des erkrankten Kind hat das zwölfte Lebensjahr noch nicht erreicht. Die Dauer der bezahlten Freistellung hängt im Übrigen davon ab, ob sich die Eltern das Sorgerecht teilen oder alleinerziehend sind.

Der Anspruch besteht für jedes Kind längstens für zehn Arbeitstage im Jahr. Bei Alleinerziehenden erhöht sich der Anspruch auf 20 Arbeitstage pro Kind im Jahr. Insgesamt ist der Anspruch, unabhängig von der Anzahl der Kinder, auf 25 Arbeitstage begrenzt. Bei Alleinerziehenden sind es 50 Arbeitstage. Liegen die Voraussetzungen vor, erhält der zu Hause bleibende Elternteil 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

Manchmal regeln tarifliche Vereinbarungen auch, dass Arbeitnehmer die Differenz zwischen Krankengeld und Nettolohn erhalten oder das Alter des Kindes wird höher angesetzt als zwölf Jahre. Darauf muss man die Krankenkasse in jedem Fall hinweisen, um sich nicht möglichen Rückforderungen auszusetzen.

Hat ein Elternteil die ihm zustehenden zehn Tage bereits ausgeschöpft, kann es die zehn Tage des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen. Damit müssen aber auch beide Arbeitgeber einverstanden sein. Einen gesetzlichen Anspruch auf diese praktikable Regelung gibt es nicht. Alternativ bliebe nur noch, eigene Urlaubstage zu opfern oder um unbezahlte Freistellung zu bitten.

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Bildquelle: PaliGraficas – pixabay.com/de/kind-krank-b%C3%A4ren-fieber-schwei%C3%9F-2842614/