Neues zur Fachkräfte-Problematik in der Pflege

Neues zur Fachkräfte-Problematik in der Pflege

Seit Jahren wird versucht, die Fachkräfte-Problematik in der Pflege einer verträglichen Lösung zu unterziehen. Dabei ist so einiges probiert worden, nicht alles war durchdacht, nur weniges wirklich sinnvoll, nachhaltig schon gar nicht – denn eine Lösung steht bis heute aus. Zwar hatte so mancher in den ersten Monaten der Corona-Pandemie gehofft, dass sich auch hier alles zum Guten wendet. Schließlich waren die Fachkräfte in der Pflege plötzlich Heldinnen und Helden. Doch es lief wie schon so oft in den vergangenen Jahren: Die Euphorie verflog, damit auch der Interessen-Focus. Selbst das abendliche Klatschen vom Balkon verhallte ohne bleibende Effekte.

Ausländische Fachkräfte dauerhaft für Aufgaben in Deutschland zu rekrutieren, das war eine der letzten Ideen. Doch mit diesem Ansatz konnten sich viele Vertreter des Berufsstandes von Beginn an nicht anfreunden. Bemängelt wurden vor allem die unter­schied­lichen Pflegekulturen und der riesige Aufwand bei der Anwerbung, Vermittlung, Anpassungsqualifizierung und Verwaltung. Nun hat die Corona-Pandemie auch diesem Vorhaben deutliche Grenzen gesetzt. Die Angst vor Infektionen ist allgegenwärtig.

Der Erfolg der geplanten Abwerbung war zweifellos auch etwas überambitioniert. Deutschland ist für ausländi­sche Pflege-Fachkräfte nicht sonderlich attraktiv. Andere Länder, die vor ähnlichen Problemen stehen, sind wegen Sprache, beruflichem Status und der Bezahlung wesentlich interessanter als Deutschland.

Ohnehin war in diesem Zusammenhang bereits angeregt worden, das für Anwerbung und Integration ausländischer Fachkräfte eingeplante Geld könnte man deutlich besser einsetzen, um ausgestiegene Fachkräfte hierzulande wieder zu­rückzuholen.

Geschätzt 400.000 Pflegerinnen und Pfleger haben in den letzten Jahren ihren Beruf entnervt an den Nagel gehängt. Der potenzielle Nachwuchs orientiert sich natürlich an derlei Erfahrungen, das Internet macht’s möglich.

Es geht also in erster Linie um die Bedingungen in der Pflege, die bisher immer noch weitestgehend unverändert sind. Dabei ist natürlich auch die Bezahlung ein Ärgernis, das aber ist es nicht allein. Hinzu kommen immer mehr Aufgaben, die als Pflichtbestandteil in das nicht gerade üppige Gehalt hineingepresst werden. Nicht wenige Fachkräfte kapitulieren jährlich vor diesen Bedingungen und schmeißen die Flinte ins Korn. Doch auch die Pflegebetreiber agieren in finanziellen Engpässen, die ihnen durch die sehr knapp bemessenen Pflegesätze entstehen.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht einige der Ursachen für die Fachkräfte-Problematik:

 

Quelle: www.clinicbuddy.de

Nach einer aktuellen Pflege-Comeback-Studie wären 48 Prozent der Berufsaussteiger heute bereit, wieder in die Pflege zurückzukehren. Natürlich knüpfen sie das an deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen. Um den Wiedereinstieg zu erleichtern, sahen die Befragten vor allem Schulungen und Training als wichtiges Mittel an. Auch Schnuppertage können die Rückkehr erleichtern. Es braucht also neue Ideen für die Fachkräfte-Problematik in der Pflege.

Diesem Ansatz hat sich ClinicBuddy verschrieben: Die Initiative will Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen beim Onboarding-Prozess von Pflegekräften unterstützen, neuen Mitarbeitenden den Start erleichtern und zur langfristigen Zufriedenheit aller Beteiligten beitragen.

Einstieg und Einarbeitung sind immer aufwendige und auch anstrengende Prozesse, nicht nur in Berufen der Gesundheit und Pflege. Doch gerade dort steht vieles unter dem Diktat der geringen Mittelausstattung und streng getakteter Abläufe. Es war und ist also naheliegend, dass vor allem Einarbeitungsprozesse, das sogenannte Onboarding, in der Hektik des Alltags vernachlässigt werden. Für Pflegekräfte ist es aber essenziell, umfassende Informationen zu organisatorischen Abläufen zu erlangen. Das oft praktizierte Learning-by-Doing ist nicht nur gefährlich, es schafft von Beginn an Distanz. Die Fachkräfte, ob nun Neueinsteiger oder Berufsrückkehrer, fühlen sich oft allein gelassen und überfordert. Diese Negativerfahrungen sind dann vielfach die Quelle für Kündigungen und eine insgesamt hohe Fluktuationsrate.

CinicBuddy erleichtert diese Prozesse und stellt hierfür eine Plattform zur Verfügung. Angehende Pflegekräfte können sich bereits vor dem ersten Arbeitstag digital über ihren neuen Arbeitsplatz informieren und notwendige Dokumente für den Arbeitgeber bequem online hochladen. 

Ein Kursangebot, das an die Anforderungen des Arbeitsplatzes und die Vorkenntnisse der neuen Pflegekraft angepasst ist, erleichtert die effiziente und zeitsparende Einarbeitung und hilft, überflüssige Schulungen zu vermeiden. Einfache Feedback-Optionen machen hierbei fortlaufend sichtbar, was gut läuft und wo es Verbesserungspotenzial gibt. Die Einarbeitung wird optimiert, Sicherheit und Zufriedenheit wachsen. 

Der Beruf soll am Ende jeden Tages einen Sinn ergeben. Pflege heißt Verantwortung. Dem muss man auch Rechnung tragen dürfen. Was im Berufsbild und in der Lehrzeit vermittelt wird, das soll sich im täglichen Dienst auch widerspiegeln. Dann macht es für junge Menschen wieder Sinn, diesen Beruf zu wählen und langfristig darin zu verbleiben. Solche digitalen Helfer sind ein gangbarer Weg, um die Attraktivität der Pflegeberufe maßgeblich zu fördern. 

Weitere Informationen zu der Initiative unter www.clinicbuddy.de

Bildquelle: Tumisu – pixabay.com/de/arzt-engel-pflege-gesundheitswesen-3410941/