Vorsicht beim Nebenjob in der Kurzarbeit

Vorsicht beim Nebenjob in der Kurzarbeit

Vorsicht beim Nebenjob in der Kurzarbeit

Deutschland preist die Kurzarbeit als Retter in der Not. Damit soll Massenarbeitslosigkeit verhindert werden, die als Folge des Corona-Lockdowns durchaus erwartbar gewesen wäre. Ob das Ganze nun ein Segen bleibt oder das Drama nur zeitlich verschoben wird, das bleibt abzuwarten. Immerhin ist auch die Insolvenzantragspflicht weiter ausgesetzt. Darüber hinaus soll die Kurzarbeit nach neuesten Plänen bis zum 31.12.2021 mit dem erleichterten Modell möglich sein. Auch die Zuschläge für all jene, die länger auf Unterstützung angewiesen sind, sollen bis zu diesem Datum verlängert werden.

Die Unsicherheit wächst mit jedem Tag

Für betroffene Arbeitnehmer sind das sehr unangenehme und vor allem finanziell unsichere Zeiten. Zwar bleibt der Arbeitsplatz zunächst erhalten, dennoch werden sie vor nicht unerhebliche finanzielle Probleme gestellt. Denn mit der Kurzarbeit entfällt ein deutlicher Teil des bisherigen Einkommens. Je länger die Kurzarbeit andauert, desto schwieriger gestaltet sich die finanzielle Lage der betroffenen Arbeitnehmer. 

In der Regel erhalten Kurzarbeiter derzeit 60 Prozent des letzten Nettolohns monatlich, mit Kindern sind es 67 Prozent. Diese Bezüge steigen mit zunehmender Dauer der Kurzarbeit in zwei Stufen. Ab dem vierten Monat der Kurzarbeit werden 70 beziehungsweise 77 Prozent des letzten Verdienstes überwiesen. Der Höchstsatz wird nach sieben Monaten erreicht und beträgt ab dann 80 Prozent, bei Arbeitnehmern mit Kindern 87 Prozent.  

Doch damit fehlt auch jeden Monat ein beträchtlicher Teil des oftmals eng kalkulierten Budgets. Laufende Verpflichtungen werden bekanntlich nicht oder nur sehr selten ausgesetzt. Es wird für die meisten im Heer der vielen Kurzarbeiter also finanziell immer enger. Von einem Segen wird man in diesen Haushalten wohl nur sehr selten sprechen.

Ein Nebenjob kann Verluste kompensieren

Auf der anderen Seite sind aber die Hinzuverdienstgrenzen gerade für dieses Jahr merklich gelockert worden. So haben grundsätzlich alle Kurzarbeiter die Möglichkeit, in der vorhandenen Freizeit, bis zur Erreichung der bisherigen monatlichen Verdienstgrenze, einen Nebenjob auszuführen. Für Rentner im vorgezogenen Ruhestand ist die Hinzuverdienstgrenze für das Jahr 2020 gar auf 45.000 Euro angehoben worden. 

Eine Anrechnung auf das Kurzarbeitergeld tritt erst dann ein, wenn mit dem Nebenjob das vor der Kurzarbeit erhaltene Nettoeinkommen überschritten wird. Ein Nebenjob, der bereits vor dem Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeübt worden ist, steht hingegen in keinem Bezug zum Kurzarbeitergeld. Eine Anrechnung findet in diesen Fällen nicht statt, da derlei Einkünfte schon bei der Ermittlung des Kurzarbeitergeldes berücksichtigt werden. Diese Ausnahmeregelungen für Nebenjobs enden am 31.12.2020. Minijobs mit einem monatlichen Verdienst bis zu 450 Euro pro Monat bleiben hingegen auch darüber hinaus vollständig anrechnungsfrei.

Grundsätzlich sind das Kurzarbeitergeld sowie Zuschüsse des Arbeitgebers steuerfrei. Trotzdem ist im Folgejahr nach Erhalt des Kurzarbeitergeldes Vorsicht geboten. Da das Kurzarbeitergeld dem steuerrechtlichen Progressionsvorbehalt unterliegt, wird es ebenso wie eventuelle weitere Zuschüsse des Arbeitgebers und Einkünfte aus dem Nebenjob als steuerpflichtiges Einkommen für das jeweils relevante Jahr betrachtet. Deshalb ist man als Empfänger von Kurzarbeitergeld generell dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Hiernach dürfte auch eine Steuernachzahlung für die meisten Empfänger zu erwarten sein. Für so manchen gebeutelten Arbeitnehmer folgt damit der sprichwörtliche Fluch auf den ohnehin fragwürdigen Segen.

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