Finanzhilfen für das lebenslange Lernen

Finanzhilfen für das lebenslange Lernen

Das lebenslange Lernen ist zu einem Begriff unserer Zeit geworden, ohne auch nur ansatzweise als Phrase zu erscheinen.

Denn an der darin enthaltenen Kernaussage kommt niemand mehr vorbei: nicht im Geschäftlichen, nicht im Privaten. Insofern ist der Begriff mehr oder weniger ein Abbild tatsächlicher Geschehnisse. So mancher begreift ihn aber auch als aktive Aufforderung zum Handeln, um beruflich einfach auf der Höhe der Zeit zu bleiben.

Doch Umschulung, Fortbildung und Weiterbildung, so die wichtigsten Möglichkeiten der Thematik kurz skizziert, kosten Geld.

Die Eigenfinanzierung ist nicht immer möglich. Deshalb kann man alternativ auch nach Finanzhilfen Ausschau halten. Dabei ist das System nicht unbedingt leicht zu durchschauen. Eine kompetente Beratung macht Sinn.

Eine erste Orientierung zu den Finanzhilfen soll hier geboten werden:

Der Bildungsgutschein ist eines der wichtigsten Förderinstrumente. Damit sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefördert werden, die sich beruflich weiterbilden möchten. Insbesondere sollen nun auch diejenigen für eine Weiterbildung gewonnen werden, die bisher aus finanziellen Gründen darauf verzichtet haben. Dabei werden junge Erwerbstätige berücksichtigt, die das 25. Lebensjahr vollendet haben und über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro bei gemeinsamer einkommenssteuerlicher Veranlagung verfügen. Der Bund übernimmt maximal die Hälfte der Gebühren für Weiterbildung und Prüfungen, wobei der Gesamtbetrag der angestrebten Weiterbildungsmaßnahme 1.000 Euro nicht überschreiten darf. Der Bildungsgutschein ist eine Komponente der sogenannten Bildungsprämie.

Das Weiterbildungssparen ist die zweite Komponente der Bildungsprämie. Dies können alle diejenigen nutzen, die über ein mit der Arbeitnehmer-Sparzulage gefördertes Ansparguthaben verfügen. Jenes kann unabhängig vom Jahreseinkommen in Anspruch genommen werden. Die Bildungsprämie ermöglicht es, vorzeitig auf das angesparte Guthaben zuzugreifen, ohne dass dadurch die Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Anders als beim Bildungsgutschein kann die Anmeldung zur Weiterbildung bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfolgt sein oder der Kurs bereits begonnen haben, bevor der Spargutschein ausgestellt wurde. Beide Komponenten der Bildungsprämie sind miteinander kombinierbar.

Mit dem Bildungsurlaub soll die Eigeninitiative zum lebenslangen Lernen belohnt werden. Die Regelungen der einzelnen Bundesländer hierzu ähneln sich. Außer in Bayern und Sachsen gibt es den Bildungsurlaub bundesweit. Danach haben Arbeitnehmer und Auszubildende bis zum 25. Lebensjahr einen Anspruch auf 10 Arbeitstage bezahlter Freistellung zu Bildungszwecken pro Kalenderjahr. Nach dem 25. Lebensjahr besteht der Anspruch auf Bildungsurlaub für 10 Arbeitstage innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren. Für Teilzeitbeschäftigte besteht ein reduzierter Anspruch auf Bildungsurlaub. Dieser errechnet sich prozentual aus dem dort reduzierten Umfang der Arbeitszeit. Wie beim regulären Erholungsurlaub auch, entsteht der Anspruch auf Bildungsurlaub erstmals nach einer Wartezeit von 6 Monaten.

Die Planung des Bildungsurlaubs ist natürlich den betrieblichen Erfordernissen anzupassen.

Das Aufstiegs-BAföG, auch Meister-BAföG genannt, dient zur Finanzierung beruflicher Aufstiegsweiterbildungen mit anerkanntem Abschluss vor der IHK oder der Handwerkskammer. Dabei muss die Aufstiegsqualifizierung nicht zwingend mit einem Meister-Abschluss enden. Gefördert werden vielmehr rund 700 Abschlüsse, so auch zum Techniker, Fachwirt, Betriebswirt oder Erzieher. 

Das WeGebAU-Programm ist eine Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit. Ziel ist hierbei die  Sicherung der Beschäftigung von gering qualifizierten und älteren Mitarbeitern in Unternehmen. Sie können Zusatzqualifikationen erwerben oder fehlende Berufsabschlüsse nachholen, ohne hierfür ihren Arbeitsplatz kündigen zu müssen.

Das Weiterbildungsstipendium soll vor allem besonders talentierten Berufsanfängern zugute kommen. Sie können mit dem Stipendium drei Jahre lang eine fachliche oder fachübergreifende Weiterbildungsmaßnahme finanzieren.

Die hier kurz dargestellten Finanzhilfen sind nur ein Ausschnitt der Möglichkeiten. Um ein persönlich gut zugeschnittenes Modell zu erhalten, sind eingehende Beratungsgespräche sinnvoll. Zuerst natürlich mit dem Arbeitgeber. Unter Umständen zeigt er sich auf diesem Gebiet spendabel, um sich die Bildungsfortschritte seiner Fachkräfte für die Zukunft selbst zu sichern.

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Bildquelle: Bru-nO – pixabay.com/de/geld-geldscheine-banknote-euro-2991837/