Flexibilität ist wichtiger als digitale Kompetenz

Flexibilität ist wichtiger als digitale Kompetenz

Die Veränderungsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft haben rasant an Fahrt aufgenommen. Vor allem die immer größeren Möglichkeiten, die mit der digitalen Entwicklung zu Tage treten, führen zu tiefgreifenden Wandlungen. Diesem Trend kann man sich auch und vor allem im Arbeitsleben nicht mehr auf Dauer entziehen. Wer den Eintritt ins Berufsleben sucht, den Arbeitgeber oder den Job wechseln möchte, der muss heute aber vor allem Flexibilität beweisen.

Darauf deuten die Ergebnisse hin, die eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Consult im Auftrag des Bundesverbandes der Personalmanager (BPM) zu Tage förderte. Demnach glauben fast 60 Prozent der Befragten, dass Veränderungsbereitschaft als Anforderung an die Mitarbeiter in den kommenden fünf Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen wird. Erst weit danach kommen Soft Skills wie Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit und Organisationsfähigkeit. Digitale Kompetenz und berufliches Fachwissen stehen nur an vierter und fünfter Stelle.

Allerdings sehen die befragten HR-Manager gerade im Bereich der Flexibilität den größten Nachholbedarf bei ihren Mitarbeitern. Bei mehr als 90 Prozent der Beschäftigten ist demnach diese Kompetenz am wenigsten vorhanden.

Flexibilität, das bedeutet zunächst nichts weiter als Anpassungsfähigkeit.

Man ist flexibel, wenn man sich schnell und problemlos auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einstellen kann. Das können häufig wechselnde Arbeitsorte sein, variabel gestaltete Arbeitszeiten oder der ständige Wechsel von Aufgaben und Anforderungen. Dabei ist die Flexibilität nicht etwa mehr nur eine erwartete Kompetenz der Strebsamen, sie wird immer mehr zum Erfordernis für den Job an sich. Vor allem für Arbeitgeber ist es ein untrüglicher Gradmesser dafür, was den Beschäftigten an Veränderung zugemutet werden kann, ohne dass sie daran scheitern. Für Jobsuchende und auch für Jobinhaber ist es also die Fähigkeit, sich den Veränderungsprozessen nahtlos anzupassen, auch im Hinblick auf die eigene Berufslaufbahn.

Je flexibler der Einzelne sich hier zeigt, desto größer sind seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Nur wer seine Bereitschaft zum stetigen Weiterlernen nicht verliert und die Möglichkeiten auch nutzt, der wird für sich eine Zukunft am Arbeitsmarkt finden. Mit der ursprünglichen Ausbildung übersteht man bestenfalls die ersten paar Jahre im Berufsleben. Die Themen Umschulung und Quereinstieg werden für all diejenigen zur Herausforderung, deren Aufgabenbereiche komplett entfallen oder deren Beschäftigungschancen schwinden. Die Gratwanderung zwischen neuen Zielen und dem Absturz in die Sozialsysteme tritt hier am deutlichsten zu Tage.

Auch traditionelle Werte, wie Loyalität, Identifikation mit Job, Betrieb und eine dauerhafte Leistungsbereitschaft, sollen unter ständig wechselnden Bedingungen aufrecht erhalten und gelebt werden. Wem das gelingt, der wird seine Chancen im Arbeitsleben ständig verbessern können. Viele haben damit aber zunehmend Schwierigkeiten und müssen den Mangel an Flexibilität oft mit einem Mehr an Mobilität bezahlen. Sie reisen dorthin, wo sie noch ihren erlernten Beruf ausüben können. In Kombination mit der vorhandenen Flexibilität ist aber auch gerade diese Beweglichkeit für viele Arbeitgeber hoch interessant. Das Ganze ist vielfach für alle Beteiligten nur ein Lernprozess, um sich körperlich und mental auf ständige Wandlungen einzustellen.

Dabei gibt es, wie bei allen Lernprozessen, vereinzelt Schwierigkeiten.

Es nützt aber nichts, sich den Erfordernissen komplett zu verschließen. Die Entwicklung schreitet unaufhörlich voran. Dieser Prozess kann und wird auf den Einzelnen auch keine Rücksicht nehmen. Darauf haben sich vor allem Bildungsanbieter seit langem eingestellt. Sie bieten Umschulungen, Weiterbildungen und Fortbildungen in allen möglichen Kombinationen an. Ein Blick in das Angebot und ein ausführlicher Beratungstermin vor Ort, sind sicher gut investierte Zeit für das eigene Fortkommen.

Bei allen Erfordernissen ist es für die Zukunft aber auch wichtig, dass beim Thema Flexibilität Grenzen eingerichtet und beachtet werden. Unkontrollierte Ausdehnungen der Arbeitszeit, Verkürzung der Erholungsphasen und permanenter Erfolgsdruck, führen sonst unweigerlich in die gesundheitliche Katastrophe. Hier gilt es auch für Arbeitgeber einen Lernprozess anzustoßen, um Freizeit und Gesundheit als wesentliche Bestandteile des Arbeitsprozesses dauerhaft zu erhalten. Auszeiten müssen sein, sonst ist jede Flexibilität kontraproduktiv.

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Bildquelle: pixabay.com/de/planung-planen-anpassung-620299/