Lebenslanges Lernen erfordert Strategie

Lebenslanges Lernen erfordert Strategie

Lebenslanges Lernen ist eines der großen Themen unserer Zeit. Die Arbeitswelt orientiert sich zwangsläufig an technischen und wissenschaftlichen Neuerungen. Das Tempo ist rasant, so dass am Ende einer Berufsausbildung oft schon die Notwendigkeit von zusätzlichem Wissenserwerb entstanden ist. Eine berufliche Laufbahn kann nur langfristig erfolgreich verlaufen, wenn die grundsätzliche Bereitschaft besteht, sich das Neue im Hinblick auf die eigene Tätigkeit auch anzueignen.

Nun gibt es schon immer Berufe, wo das Thema einfach dazu gehört.

Man denke an Mediziner oder Juristen, denen verpflichtend die Aneignung neuen Wissens vorgeschrieben ist. Doch inzwischen umfasst der Bedarf alle Bereiche der Berufswelt, auch wenn die Verpflichtung zur Wissensmehrung nur in den wenigsten Fällen verbindlich geregelt ist. Wer beruflich am Ball bleiben will, der macht lebenslanges Lernen auch zu seinem Programm. Dabei gilt es aber verschiedene Wege zu unterscheiden.

Einmal gibt es den großen Bereich der Fortbildungen, der oft betrieblich organisiert und unterstützt wird.

Dabei werden aktuelle Neuerungen und Veränderungen für spezielle Berufsaufgaben vorgestellt und das hierzu anwendungsbereite Wissen vermittelt. Die Bereitschaft zur Fortbildung wird von vielen Arbeitgebern zwingend vorausgesetzt. Drückeberger bekommen hier ganz schnell negative Auswirkungen auf ihre Berufslaufbahn zu spüren. Fortbildungen enden oft mit der Überreichung von Zertifikaten, die eine erfolgreiche Teilnahme bestätigen. Der Anwendungszweck ist oft berufsbezogen, in vielen Fällen sogar betriebsbezogen, so dass die Zertifikate nur bedingt bei einem Jobwechsel förderliche Berücksichtigung finden.

Eine Weiterbildung hingegen vermittelt auf Ausbildung und Berufserfahrung aufbauende Kenntnisse und Fertigkeiten.

Diese sollen dazu befähigen, beruflich auf qualitativ höherer Ebene zu arbeiten, anzuleiten und ein höheres Maß an Verantwortung zu übernehmen. Damit Weiterbildung auch genau diesen Zweck erfüllt und das eigene berufliche Fortkommen fördert, muss man sich bei der Auswahl der passenden Qualifizierung schon etwas Zeit nehmen. Vielfach werden Weiterbildungen angeboten, die lediglich mit Zertifikaten enden und im Grunde reine Fortbildungen darstellen. Nicht alles, was Weiterbildung genannt wird, ist auch als eine solche zu qualifizieren.  

Im Gegensatz zu den Ausbildungen, die grundsätzlich gesetzlich geregelt sind und mit einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf enden, ist das Angebot bei Weiterbildungen oft unübersichtlich. In der Masse von ca.400.000 verschiedenen Angeboten, die es jährlich in Deutschland gibt, finden sich nur verschwindend wenige, die wirklich Sinn machen. Anhaltspunkt für die Orientierung kann in erster Linie die verbindliche Regelung der Inhalte und Abschlüsse der Weiterbildungen sein. So gibt es nur rund 200 nichtakademische Weiterbildungsberufe in Deutschland, die vom Bundesgesetzgeber, der IHK bzw. den Handwerkskammern verbindlich geregelt sind. Nur mit diesen Abschlüssen kann man mit bedenkenloser Anerkennung in verschiedenen Bundesländern und bei verschiedenen Arbeitgebern rechnen. Denn die Inhalte sind verbindlich und einheitlich geregelt.

Lebenslanges Lernen verlangt also eine vernünftige Strategie.

Die richtige Auswahl des Weges ist auch insofern von weitreichender Bedeutung, da eine Weiterbildung meist mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden ist. Natürlich gibt es Förderprogramme und teilweise auch Unterstützung vom Arbeitgeber. Allerdings sollte man das Geld dann auch so investieren, dass die Anerkennung der Weiterbildung langfristig gesichert ist.

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