Notfallsanitäter – Lebensretter mit hoher Kompetenz

Notfallsanitäter – Lebensretter mit hoher Kompetenz

Fast 25 Jahre hat es gedauert, bis die Lebensretter bundesweit eine Aufwertung ihres Berufes erreichen konnten.

Bisher waren sie als Rettungsassistenten und Rettungssanitäter lediglich Hilfspersonal der Notärzte. Die deutlich abgespekte Ausbildung ließ kaum eigenständige Kompetenzen zu. Zum 1. Januar 2014 schließlich trat das Notfallsanitäter-Gesetz (NotSanG) in Kraft und ersetzt damit zwingend die Stelle des Rettungsassistenten durch den Notfallsanitäter. Eine nunmehr dreijährige Ausbildung löst die bisher übliche von zwei Jahren ab.

Der Gesetzgeber hat den Rettungsdiensten Übergangsfristen eingeräumt, um sich personell auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Und zwar bis Ende 2020. Bis dahin sollten bisherige Rettungsassistenten entsprechend weitergebildet und erste Generationen von Notfallsanitätern ausgebildet sein. Ab 2021 müssen dann auf jedem Rettungstransportwagen (RTW) zwingend ein Notfallsanitäter und ein Rettungssanitäter gemeinsam fahren.

Rettungsassistenten, die bereits über mehrjährige praktische Erfahrung verfügen, brauchen aber keine komplette dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter mehr zu absolvieren.

Für sie reicht eine Ergänzungsausbildung, die sich in der Dauer nach der konkreten Berufserfahrung richtet. Erfahrene Rettungsassistenten können damit relativ kurzfristig die Prüfung zum Notfallsanitäter ablegen. Das ist in Anbetracht des wachsenden Bedarfs auch nötig. Immer dünner wird die Personaldecke im Verhältnis zum stetig wachsenden Einsatz-Aufkommen.

Notfallsanitäter sind durch das Gesetz auch mit erweiterten Kompetenzen ausgestattet.

Da die Verfügbarkeit von ärztlichem Personal im Rettungseinsatz noch dünner gesät ist, war auch eine deutliche Kompetenzerweiterung dringend geboten. So dürfen Notfallsanitäter bereits vor dem Eintreffen des Notarztes Medikamente geben und Therapien einleiten. Damit wird die Zeit des Einsatzes optimal genutzt. Vor allem für die Patienten ist das ein echter Gewinn. Mit dem neuen Gesetz hat sich also der rechtliche Status der Retter deutlich verbessert. Aber damit wächst natürlich auch das Maß an persönlicher Verantwortung.

Diesem Zuwachs soll auch die finanzielle Seite des Berufs und seiner Ausbildung gerecht werden. Mussten Rettungsassistenten während ihrer bisherigen zweijährigen Ausbildung noch bis zu 8000 Euro aus der eigenen Tasche berappen und das einjährige Pflichtpraktikum ohne Vergütung ableisten, so wird die Ausbildung zum Notfallsanitäter komplett vom Ausbildungsunternehmen bezahlt.

Neben der intensiven schulischen Ausbildung stehen an sogenannten Lehrrettungswachen erfahrene Praktiker zur Verfügung, die an diversen Ausbildungs-Stationen einen intensiven Einblick in möglichst viele medizinische Bereiche geben. Kompetenz will schließlich auch praktisch erprobt sein.

Nicht zuletzt auch die Bezahlung wurde den neuen Gegebenheiten angepasst:

Bei tarifgebundenen Unternehmen verdient ein Notfallsanitäter mit dem Berufseinstieg zwischen 2500 und knapp 3000 Euro pro Monat. Mit wachsender Berufserfahrung steigt dieser Verdienst auf rund 3600 Euro pro Monat an.

Um dem Nachwuchsmangel erfolgreich zu begegnen, bieten sich natürlich noch weitere Maßnahmen zu Steigerung der Attraktivität einer solchen Ausbildung an. Beispielsweise ist es ein klarer Vorteil, wenn Unternehmen die Kosten der Zusatzqualifizierung bisheriger Rettungsassistenten komplett übernehmen. Eine entsprechende personelle Bindung kann man bei der Gelegenheit gleich mit in den Vertrag aufnehmen.

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Bildquelle: Bokskapet – pixabay.com/de/photos/ambulanz-notfall-mediziner-3592155/