Für und Wider beim Thema Vorruhestand

Für und Wider beim Thema Vorruhestand

Das Regeleintrittsalter für die gesetzliche Rente ist inzwischen auf 67 Jahre angehoben worden.

Nicht jedem gefällt diese Hinauszögerung. Daneben gibt es aber auch noch andere Wege, früher aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Eine Möglichkeit hierfür ist der Vorruhestand.

Arbeitnehmer können den Vorruhestand in der Regel ab dem 58. Lebensjahr beginnen. Allerdings muss dazu mit dem Arbeitgeber eine entsprechende Vorruhestandsregelung getroffen werden. Hierfür gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Die beliebteste Art in den Vorruhestand zu gehen, scheint allerdings das sogenannte Blockmodell zu sein. Dabei gibt es zwei gleich lange Beschäftigungsphasen, die Arbeitsphase und die Freistellungsphase. In der ersten Phase arbeitet der Arbeitnehmer regulär weiter, bezieht aber nur das halbe Gehalt, das der Arbeitgeber jedoch um mindestens 20 Prozent aufstockt. In der Freistellungsphase arbeitet der Arbeitnehmer dann nicht mehr, bezieht aber weiter das vereinbarte Teilzeitgehalt. Da der Arbeitgeber lückenlos in die Rentenkasse einzahlt, muss der Vorruheständler kaum Renteneinbußen in Kauf nehmen.

Wichtig dabei ist, dass dieser vereinbarte Vorruhestand lediglich eine Übergangsphase ist.

Das Arbeitspensum wird zwar herabgesetzt, die Altersrente ist aber noch nicht erreicht. Der Vorruheständler ist also weiter Betriebsangehöriger und an vertragliche Vereinbarungen gebunden. So muss er es beispielsweise auch hinnehmen, wenn der Arbeitgeber fordert, im Vorruhestand keiner weiteren Tätigkeit nachzugehen. Eine entsprechende Regelung in der Vereinbarung zum Vorruhestand ist wirksam. Darauf wies kürzlich der Deutsche Anwaltsverein hin. Er bezog sich dabei auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Köln.

In dem verhandelten Fall (Az.: 7 Sa 584/12) hatte ein Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber eine Vorruhestandsregelung vereinbart.

Danach hat er Anspruch auf Vorruhestandsgeld, solange er keine Tätigkeit ausübt, die über die Geringfügigkeitsgrenze hinausgeht. Der Mann fühlte sich unangemessen benachteiligt und klagte gegen die Klausel. Ohne Erfolg. Die Regelung benachteilige den Mitarbeiter nicht unangemessen, sondern stehe im vollen Einklang mit der Rechts- und Gesetzeslage, entschied das Gericht. Mit dem Vorruhestand soll die Möglichkeit des endgültigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Einstellung junger Menschen ohne Arbeit gefördert werden. Deshalb sei an solchen Klauseln nichts auszusetzen.

Ob sich diese Argumentation allerdings auch noch zukünftig aufrecht erhalten lässt, das darf ernsthaft bezweifelt werden. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spitzt sich hinsichtlich eines Mangels an Fachkräften immer weiter zu. Auch immer mehr Senioren verbleiben inzwischen freiwillig und deutlich länger im Berufsleben.

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Bildquelle: KlausHausmann – https://pixabay.com/de/erstaunen-senior-alter-mann-mensch-1332348/