Senioren bleiben beruflich aktiv

Senioren bleiben beruflich aktiv

Immer mehr Menschen im Alter der sogenannten Senioren gehen in Deutschland einer Arbeit nach.

So hat der Anteil der Erwerbstätigen nach Eintritt des Renteneintrittsalters einen deutlichen Anstieg erfahren. Dies geht aus Untersuchungen des Familienministeriums und aus den Angaben des Mikrozensus hervor. Waren vor zwanzig Jahren noch 5,1 Prozent der Menschen im Ruhestand zugleich erwerbstätig, so ist diese Zahl zuletzt auf 11,6 Prozent angestiegen. Laut letztem Mikrozensus geht jede neunte Person zwischen 65 und 74 Jahren noch einem Beruf nach.

Warum Senioren länger arbeiten, das hat der sogenannte Alterssurvey des Familienministeriums dabei aber nicht erhoben.

Doch könnte der Bildungsstand dabei offenbar eine Rolle spielen: Während der Studie zufolge von den 40- bis 65-Jährigen mit niedrigem Bildungsniveau lediglich 50,6 Prozent erwerbstätig waren, lag der Anteil bei Personen mit mittlerem Bildungsniveau bei 70,8 Prozent und bei Menschen mit hohem Bildungsabschluss bei 81,5 Prozent. Die Gründe für diese Unterschiede sind hier auch nicht analysiert worden. Eine ergänzende Sichtweise bietet hierzu eine Studie des Beratungsunternehmens media access in Zusammenarbeit mit der Bosch Management Support GmbH: Danach sind immer mehr Senioren vor allem freiwillig bereit, über das Rentenalter hinaus ihr Know how zur Verfügung zu stellen. Allerdings wurden hier vornehmlich gut Qualifizierte befragt, die mindestens über Abitur verfügen.

Mehr als 90 Prozent der in der Studie Befragten würden einen oder mehr Tage für ihren ehemaligen Arbeitgeber tätig werden wollen.

Drei oder mehr Tage von ihrer Zeit würden immer noch 60 Prozent erübrigen. Dabei spielen, anders als vielfach vermutet, nicht nur finanzielle Gründe eine Rolle. Sogenannte weiche Faktoren, wie das Gefühl, weiterhin gebraucht zu werden, aktiv zu bleiben oder das soziale Umfeld zu erhalten, sind laut Studie die vorherrschenden Motive.

Natürlich hat man auch auf der Arbeitgeberseite das Potenzial älterer Beschäftigter angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel längst erkannt.

Unternehmen sehen laut Studie den Bereich der Senioren-Experten als Boom-Markt der nächsten Jahre. In diesem Zusammenhang wird der in Deutschland praktizierte starre Rentenbeginn durchaus kritisch gesehen. Andere europäische Staaten haben sich diesbezüglich schon Alternativen einfallen lassen. So können Erwerbstätige in Norwegen zwischen dem 62. und dem 75. Lebensjahr wählen, wann sie ihren Ruhestand beginnen möchten. In Großbritannien wurde die verpflichtende Altersgrenze zum Rentenbeginn inzwischen komplett abgeschafft.

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Bildquelle: stevepb – https://pixabay.com/de/h%C3%A4nde-alte-eingabe-laptop-internet-545394/