Bewerbung – Selbstanalyse und Anpreisung

Bewerbung - Selbstanalyse und Anpreisung

Bewerbung – Selbstanalyse und Anpreisung

Das Schwierigste an der Job-Suche ist die Bewerbung. Arbeitgeber suchen gefühlt immer die eierlegende Wollmilchsau. Wer kann und will dem schon entsprechen? Im Nu ist man mitten drin in der Bredouille. So sieht man sich erwarteten Eigenschaften gegenüber, die es in dieser Häufung nur ganz selten am Markt gibt. Dabei ist das verfolgte Ziel legitim: Arbeitgeber erwarten nur qualitativ gut gemachte Bewerbungen. Oberflächlichkeit und Schnoddrigkeit sind keine gute Idee. Auch lediglich Zeugnisse einzureichen und auf ihre Wirkung zu vertrauen, genügt schon lange nicht mehr. Der Schwerpunkt einer Bewerbung liegt heute im Anschreiben, es ist praktisch der Dreh- und Angelpunkt des weiteren Verfahrens einer Bewerbung. Einladung oder sofortige Absage werden daran entschieden.

Bewerbung ist Werbung in eigener Sache

Wie bei einer Produktwerbung, so muss auch bei der Bewerbung um einen Job Wesentliches beachtet werden. Die Anpreisung der eigenen Arbeitskraft soll mit passenden Argumenten unterlegt sein. Diese müssen natürlich die fachliche Eignung beweisen, auf der anderen Seite aber auch ein Persönlichkeitsbild vermitteln. Nur mit Letzterem kann man sich von der Konkurrenz abheben, wenn auf der Leistungsebene eine relativ dichtes Bewerberfeld zu erwarten ist. Der avisierte Arbeitgeber soll damit sensibilisiert und interessiert werden. Es bedarf also einer Strategie, einer Werbestrategie, um genauer zu sein.

Darin müssen die eigenen Kompetenzen und Stärken auf das Anforderungsprofil des Arbeitgebers ausgerichtet werden. Je besser die Übereinstimmung gelingt, desto größer sind letztlich auch die Chancen für den Erfolg der Bewerbung. Um dies zu bewerkstelligen, muss man neben seinen fachlichen auch die emotionalen und sozialen Kompetenzen kennen und ehrlich bewerten können. Das bloße Schwärmen von eigener Stärke und Herrlichkeit ist hier wenig zielführend. Es macht also Sinn, sich anhand einer Bewertungsskala selbst zu analysieren und auch Freunde zu bitten, ihre Bewertung abzugeben. Die Ergebnisse werden hiernach kontrovers und ehrlich ausdiskutiert. Dann hat man eine gute Basis für die Selbstdarstellung.

Nur nicht den Faden verlieren

Anschließend muss das Ganze noch auf das Stellenprofil projiziert werden, um daraus die passenden Argumente abzuleiten. Diese sollen sich schließlich in aussagekräftigen Sätzen wiederfinden, ohne dass es wie eine Aneinanderreihung wirkt. Je kompakter und gelöster die Argumente für die Eigenwerbung vermittelt werden, desto wirksamer kommen sie beim Empfänger an. Da ist es wieder genauso wie bei einer Produktwerbung: Je schneller die Erkenntnis greift, dass das Angepriesene zu den eigenen Bedürfnissen passt, desto intensiver die Verankerung im Gedächtnis.

Nun gilt es aber daneben auch, nicht immer nur stromlinienförmig rüberzukommen. Das wirkt auf Dauer uninteressant, langweilig oder es vermittelt sogar ernsthafte Befürchtungen, dass zu viel Schönfärberei betrieben wurde. Werbung darf auch wirken. Also kann man getrost ein paar Dinge bringen, die man an sich selbst als etwas Besonderes erachtet. Der Stolz darauf vermittelt Selbstbewusstsein. Ein gesundes Maß davon soll und muss sich auch in einer Bewerbung widerspiegeln.

Erkennt man allerdings bei all diesem Aufwand, dass Selbstanalyse und Jobanforderungen überhaupt nicht passen wollen, dann ist das auch eine wichtige Erkenntnis und sie hilft, sich nicht wahllos auf Angebote zu bewerben.

Aktueller Lese-Tipp:

KITA-Platz trotz Elterngeld – Typische Probleme aus dem Zusammenspiel von Job, Gesundheit und Familie, Verlag Kaste & Sohn, ISBN: 978-3-9821632-1-5, überall im Buchhandel erhältlich oder schnell und direkt beim Verlag: www.kaste-sohn.de

Bild von Louis auf Pixabay