Joblinge – ein Projekt für die Zukunft

Joblinge – ein Projekt für die Zukunft

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist zwar ein Ärgernis für das wirtschaftlich so potente Land, doch als echtes gesellschaftliches Problem wird das meist nicht gesehen. Dabei steigen die Zahlen unaufhörlich. Fachkräftemangel und demografischer Wandel hingegen gelten als echte Drohkulisse für den Wohlstand der Zukunft. Insofern ist es mehr als nötig, das Joblinge-Projekt hervorzuheben und bekannt zu machen. Die Kennzahlen des letzten Berufsbildungsberichtes müssten eigentlich aller Orten die Alarmglocken läuten lassen. 

Immer mehr Lehrstellen bleiben unbesetzt.

Betriebe ziehen sich wegen ungeeigneter Bewerber immer mehr aus dem Lehrlingsmarkt zurück. Zeitgleich schaffen immer mehr Schulabgänger den Sprung in die Ausbildung nicht. Sie sind dann arbeitslos oder befinden sich in Maßnahmen des sogenannten Übergangssystems zwischen Schule und Beruf. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass insbesondere gering qualifizierte Jugendliche nicht von den positiven wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes profitieren können.

Statt regulärer Beschäftigung beginnt für viele der Jugendlichen eine Maßnahmenkarriere im Übergangssystem, wo auf den Berufseinstieg vorbereitet werden soll.

Dieses System kostet den Staat jährlich mehr als vier Milliarden Euro, die Kosten für die Sozialleistungen noch nicht eingerechnet. Das Problem setzt sich hiernach immer weiter fort: Wer als junger Mensch keine berufliche Ausbildung abschließt, hat als Erwachsener ein viermal höheres Risiko, langzeitarbeitslos zu werden. Weder aus volkswirtschaftlicher noch aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann es sich Deutschland leisten, auf das Potenzial dieser Jugendlichen zu verzichten. Vor allem aber muss jeder junge Mensch, unabhängig von Herkunft und persönlichen Voraussetzungen, die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

Das Problem haben vor Jahren schon die Boston Consulting Group und die Eberhard von Kuenheim Stiftung erkannt und das Joblinge-Projekt ins Leben gerufen. Diese Organisation ist als Social-Franchise-Modell konzipiert: Die Joblinge-Dachorganisation hat ihren Sitz in München und gliedert sich in 9 gemeinnützige Aktiengesellschaften an bundesweit mehr als 25 Standorten.

Im gemeinsamen Engagement schafft das Joblinge-Projekt Perspektiven durch Qualifizierung, echte Jobchancen und die Befähigung, für sein Leben selbst die Verantwortung zu übernehmen. Eigenständigkeit und Hilfe zur Selbsthilfe stehen im Zentrum des Konzepts. Ob in den Gruppenprojekten, dem intensiven Einzel-Coaching oder in der Praxis: Immer werden die Teilnehmer selbst in die Verantwortung genommen. Sie erfahren viel Vertrauen und Unvoreingenommenheit, bei zugleich aber auch anspruchsvollen Zielsetzungen. In nur sechs Monaten gelingt den Jugendlichen damit eine große persönliche Entwicklung. Unterstützt von einem starken Netzwerk, aber aus eigener Kraft, sollen sich die Teilnehmer ihren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz durch Eigenanstrengungen sprichwörtlich erarbeiten.

Die Jugendlichen sind während des gesamten Joblinge-Programms praktisch tätig.

Dabei werden sie stufenweise auf den betrieblichen Alltag vorbereitet. Das erfolgt zunächst im seichten Umfeld der Joblinge-Standorte, anschließend über eng betreute Praktikumseinsätze in Partnerunternehmen. Hinter dem Bewerbungspraktikum am Ende des Programms steht der ersehnte und greifbar nahe Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bei dem jeweiligen Unternehmen.

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Bildquelle: geralt -pixabay.com/de/kopf-personen-gruppe-jung-menschen-1556566/