Wenn der Schlaf zum Problem wird

Wenn der Schlaf zum Problem wird

Jährlich am 28. April erinnert der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz daran, welchen Gefahren Beschäftigte täglich ausgesetzt sind.

Es wird geschätzt, dass jeden Tag etwa 6.000 Menschen durch arbeitsbedingte Unfälle oder Krankheiten sterben. Unbestritten sind Arbeitsschutzmaßnahmen und deren Einhaltung wichtigste Voraussetzungen, um Arbeitsunfälle zu vermeiden. Doch nützen derlei Maßnahmen wenig, wenn sie keine Beachtung finden. Beachtung erfordert Aufmerksamkeit. Diese wiederum ist auch und vor allem an ausreichenden Schlaf des Einzelnen gebunden.

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm, wenn nicht ausreichender Schlaf zur Ursache für Fehler und Ausfälle im Job wird. Jährlich rund 80 Milliarden Euro kostet das Problem. Dabei sind Ursache und Wirkung allseits bekannt. Doch Selbstüberschätzung und Nachlässigkeit gegenüber der eigenen Gesundheit drängen immer häufiger die Vernunft beiseite. Die Folgen sind über kurz oder lang fatal.

Denn als längst überholt gilt die Annahme, dass der Verzicht auf Schlaf ein Zeichen besonderer Leistungsparameter wäre. Zwar rühmte sich einst Napoleon dafür, nach vier Stunden Schlaf völlig ausgeruht zu sein. So mancher berühmte Geist der Geschichte hat diese Schwelle nach eigenem Bekunden auch noch unterboten. Fragt sich nur, ob das auch noch gesund ist und vor allem ohne Folgen bleibt. Die Katastrophe von Waterloo könnte hier durchaus zu Spekulationen Anlass geben.

In Tests hat man nachgewiesen, dass nach einer Woche mit nur vier bis fünf Stunden Schlaf pro Nacht die kognitive Leistungsfähigkeit gesunder Versuchsteilnehmer so stark gemindert war, wie bei einem Blutalkoholspiegel von einem Promille. Je länger der teilweise Schlafentzug dauert, desto extremer sind die Folgen. Das Gehirn nimmt Visionen, Schatten und Geräusche wahr, die real nicht existieren. Unbestritten ist also, dass ausreichender Schlaf extrem wichtig ist.

Obwohl die regenerative Wirkung noch nicht voll erreicht ist, beenden aber viele Menschen ihre Bettruhe vorzeitig. Am Tage hinken sie deshalb ihrem Leistungspotenzial deutlich hinterher. Das oft belächelte Ausschlafen ist dabei nichts anderes als die konsequente Durchsetzung einer gesunden Schlafdauer. Die für den Körper so wichtigen Regenerationsprozesse brauchen ihre Zeit. Das Programm eines Arbeitsprozesses wird schließlich auch nicht abrupt beendet, obwohl das Ergebnis noch nicht erreicht ist.

Das Schlafbedürfnis selbst kann natürlich genetisch beeinflusst sein, von der körperlichen Verfassung und der Belastung am Tag abhängen und es steht auch in Verbindung mit dem Lebensalter: Ältere Menschen benötigen deutlich weniger Schlaf als Kinder. Studien haben belegt, dass sieben Stunden in der Regel ausreichen und des gesunden Allgemeinbefindens am zuträglichsten sind. Dauerndes Unterschreiten dieser Marke ist riskant, dauerndes Überschreiten allerdings nicht minder risikobehaftet.

Während des Schlafes durchlaufen wir mehrmals nacheinander sogenannte Schlafzyklen.

Die Länge der Abschnitte ändert sich aber mit der Schlafdauer. Die Tiefschlafphasen werden nach den ersten drei Stunden kürzer. Da diese aber für die Erholung entscheidend sind, bestimmt ihre Qualität den gesamten Schlaf. Deshalb ist es nicht entscheidend, wann man ins Bett geht. Müdigkeit und sogenannte Bettschwere sind die ausschlaggebenden Faktoren für das Gelingen eines guten Schlafes.

Es macht also Sinn, sich nach dem körperlichen Verlangen zu richten und nicht nach der Uhr. Der oftmals schlechte Schlaf in der Nacht vom Sonntag auf den Montag entstammt übrigens genau diesem Problem. Wer sonntags länger als gewöhnlich ausschläft, der ist am Abend noch lange nicht müde. Das Zubettgehen wird also entweder hinausgeschoben oder aber das Einschlafen wird zur Qual.

Dann wird sich individuell verschiedener Rituale bedient, um den Körper in den Schlaf zu versetzen. Schäfchen zählen gilt vielen als beste Methode, um das Einschlafen voranzutreiben. Dabei kommt es aber gar nicht darauf an, was gezählt wird. Die Monotonie der Gedanken und Vorgänge führen in ihrer Gleichförmigkeit zu Entspannung und innerer Ruhe. Nur verzählen sollte man sich dabei nicht allzu oft.

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Bildquelle:  Aintschie – bit.ly/2XXlboZ