Für und Wider beim Thema Altersteilzeit

Für und Wider beim Thema Altersteilzeit

Für und Wider beim Thema Altersteilzeit

Das Regeleintrittsalter für die gesetzliche Rente ist inzwischen auf bis zu 67 Jahre angehoben worden. Nicht jedem gefällt diese Hinauszögerung. Daneben gibt es aber auch noch andere Wege, früher aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Eine Möglichkeit hierfür ist die Altersteilzeit.

Modelle zur Gestaltung 

Arbeitnehmer können die Altersteilzeit in der Regel ab dem 55. Lebensjahr beginnen. Daneben müssen aber noch weitere Voraussetzungen gegeben sein: Der Beginn der gesetzlichen Altersrente liegt noch mindestens drei Jahre in der Zukunft und die letzten fünf Jahre wurden lückenlos in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung zurückgelegt. Dann steht einer Altersteilzeit fast nichts mehr im Wege. Es fehlt an nur noch ein Arbeitgeber, der sich zum Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bereit erklärt. Denn einer solchen Vereinbarung bedarf es zwingend.

Hierfür gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Beim sogenannten Gleichverteilungsmodell werden Arbeitszeit und Arbeitsentgelt um jeweils 50 Prozent reduziert. Dabei kann die Arbeitszeit auch über die gesamte Dauer der Altersteilzeit verteilt werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten reichen also von der klassischen Halbtagsbeschäftigung bis hin zum projektgebundenen Einsatz.

Die beliebteste Art für die Altersteilzeit scheint allerdings das sogenannte Blockmodell zu sein. Dabei gibt es zwei gleich lange Beschäftigungsphasen, die Arbeitsphase und die Freistellungsphase. In der ersten Phase arbeitet der Arbeitnehmer regulär weiter, bezieht aber nur das halbe Gehalt. In der Freistellungsphase arbeitet der Arbeitnehmer dann nicht mehr, bezieht aber weiter das vereinbarte Teilzeitgehalt.

Da der Arbeitgeber bei beiden Modellen lückenlos in die Rentenkasse einzahlt, muss der Beschäftigte in Altersteilzeit kaum Renteneinbußen in Kauf nehmen. Um eine Minderung der Altersrente zu vermeiden, können Arbeitnehmer weiterhin zusätzliche Beiträge zahlen.

Kein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit

Einen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit kann man allerdings nicht geltend machen. Eine derartige Vereinbarung mit dem Arbeitgeber ist daher oft auf Basis der Freiwilligkeit zu suchen. Lediglich  Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können bindende Regelungen zur Altersteilzeit enthalten.

Wichtig dabei ist, dass die vereinbarte Altersteilzeit lediglich eine Übergangsphase ist.

Das Arbeitspensum wird zwar herabgesetzt, die Altersrente ist aber noch nicht erreicht. Während der Altersteilzeit ist man also weiter Betriebsangehöriger und an vertragliche Vereinbarungen gebunden. So muss man es beispielsweise auch hinnehmen, wenn der Arbeitgeber fordert, in der Altersteilzeit keiner weiteren Tätigkeit nachzugehen. Eine entsprechende Regelung in der Vereinbarung zur Altersteilzeit ist wirksam. Das musste ein Betroffener leidlich bei einer Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Köln erfahren.

In dem verhandelten Fall (Az.: 7 Sa 584/12) hatte ein Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber eine entsprechende Regelung vereinbart.

Danach hat er Anspruch auf das sogenannte Vorruhestandsgeld in der Altersteilzeit, solange er keine Tätigkeit ausübt, die über die Geringfügigkeitsgrenze hinausgeht. Der Mann fühlte sich unangemessen benachteiligt und klagte gegen die Klausel. Ohne Erfolg. Die Regelung benachteiligt den Mitarbeiter nicht unangemessen, sondern sie steht im vollen Einklang mit der Rechts- und Gesetzeslage, entschied das Gericht. Mit der Altersteilzeit soll die Möglichkeit des endgültigen Ausscheidens aus dem Erwerbsleben geschaffen werden. Gleichzeitig soll die Einstellung junger Menschen ohne Arbeit gefördert werden. Deshalb sei an solchen Klauseln nichts auszusetzen.

Ob sich diese Argumentation allerdings auch noch zukünftig aufrecht erhalten lässt, das darf ernsthaft bezweifelt werden. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spitzt sich hinsichtlich eines Mangels an Fachkräften immer weiter zu. Auch immer mehr Senioren verbleiben inzwischen freiwillig und deutlich länger im Berufsleben. Die Begründung des Gerichts entstammt noch einer gänzlich anderen Arbeitsmarktsituation.

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Bildquelle: zstupar – bit.ly/38xrQf0