Auch das Handwerk bietet Zukunftschancen

Auch das Handwerk bietet Zukunftschancen

Auch das Handwerk bietet Zukunftschancen

Lehre oder Studium, diese Entscheidung treibt zwangsläufig immer wieder viele junge Menschen um. Immer mehr von ihnen nehmen ein Studium auf, eine Entwicklung, die durch falsch propagierte Zukunftschancen zunehmend genährt wird. Für viele Eltern ist das ohnehin alternativlos, Abitur und Studium sind bereits vor Besuch der Kita ausgemachte Sache. Die extrem ansteigenden Abbruchraten in den ersten Semestern sprechen allerdings eine eigene Sprache. Nichtsdestotrotz gilt vielen das Studium als der Königsweg in ein erfülltes Berufsleben. Als Folge stiefmütterlicher Beachtung hat das gesellschaftliche Ansehen von praktischen Berufen, vor allem im klassischen Handwerk, abgenommen.

Immerhin 160 Lehrberufe bietet das Handwerk

Aber die meisten der attraktiven Berufsfelder geraten gar nicht in den Fokus der Schulabgänger. Der Informationsstand dieser Generation ist auf diesem Gebiet wenig ausgeprägt. Viele Jugendliche haben keine Vorstellung, welche Berufe und Aufgabenfelder es überhaupt alles gibt. Jüngst erst hatte eine OECD-Studie herausgearbeitet, dass selbst derzeitige Schülerinnen und Schüler sich immer noch in den alten Mustern zur Berufswahl verheddern. Die Bandbreite der Möglichkeiten wird nicht einmal ansatzweise in Erwägung gezogen. Über die Gründe gehen die Meinungen mal wieder weit auseinander. Fakt ist, dass der Akademisierungswahn nach wie vor anhält: Studium um jeden Preis. Daneben bleibt überwiegend nur Raum für Berufsbilder, die das Klischee des „typisch weiblichen“ und „typisch männlichen“ Berufes eher unterstreichen als es aufzuheben. Bloß keine Abkehr vom Mainstream, wohl auch bei der Generation Z!

Aktuelle Studien treffen aber inzwischen auch ganz klar die Aussage, dass für viele zukünftige Azubis bei der Wahl der Ausbildung das Image des künftigen Berufes entscheidend ist. Dabei werden sogar Einschnitte beim ureigenen Interesse in Kauf genommen. Soziale Anerkennung im nahen Umfeld wirkt als treibende Kraft auch und vor allem bei der Berufsorientierung.

Unkenntnis bietet Raum für Aversionen

Dass derlei Erwägungen dem Handwerk nicht gerade zuträglich sind, das ist offenkundig. Das Handwerk in all seiner Vielfalt ist vielen Menschen heute bereits völlig unbekannt. Trotzdem werden wertende Aussagen über die beruflichen Möglichkeiten im Handwerk gemacht. Das Hörensagen fördert dann Aversionen, die nur selten begründet sind. Ohnehin sind pauschale Aussagen bei der Berufswahl eher kontraproduktiv. Letzten Endes bleiben so jährlich diverse Ausbildungsplätze unbesetzt. Die 20 meist gewählten Ausbildungsberufe werden immerhin von der Hälfte aller zukünftig Auszubildenden gewählt. Diese Entwicklung ist für viele Berufe im Handwerk fatal.

Dabei waren und sind gute Handwerker zu allen Zeiten begehrte Fachleute gewesen. Ihre Dienstleistungen und Produkte sind weder der Industrialisierung zum Opfer gefallen, noch werden sie durch Automatisierungsprozesse überflüssig. Natürlich hat auch im Handwerk die moderne Technologie Einzug gehalten. Nur, sie ergänzt das Können und die Abläufe und ersetzt es nicht. Deutschlands wirtschaftlicher Antrieb kommt schon seit Wirtschafswunder-Zeiten aus dem Mittelstand. Dort sitzt die treibende Kraft unseres Wohlstandes, die sogar Sicherheit in Krisenzeiten bietet. Das hat die Entwicklung des Landes, allen Unkenrufen zum Trotz, in den letzten Jahrzehnten bewiesen. Der anhaltende Akademisierungswahn aber gefährdet dieses Fundament ernstlich.

Das Handwerk ist und bleibt solide Handarbeit

Doch Handarbeit hat ihren Preis. Wer das akzeptiert, erhält Qualität und vor allem keine austauschbare Massenware. Der sprichwörtliche goldene Boden ist dem Handwerk also auch heute immer noch sicher. Zunehmend wird wieder Wert auf Qualität und persönlich abgestimmte Leistungserbringung gelegt.

Daneben gibt es gerade im Handwerk oft die Entscheidung, sich selbständig zu machen oder einen Handwerksbetrieb vom Vorgänger zu übernehmen. Die Chancen dafür sind heute besser denn je. Viele Handwerksbetriebe suchen händeringend Nachfolger. Um sich hier eine gute Ausgangsbasis zu verschaffen, sollte man aber vorher eine Ausbildung im Handwerk absolviert haben. Doch dazu muss man sich auch mal umfänglich informieren.

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Bild von Hiep hong auf Pixabay