Lebenslauf – Spielfeld für große und kleine Lügen

Lebenslauf – Spielfeld für große und kleine Lügen

Der Arbeitsmarkt ist voll von Angebern. Auf den Schreibtischen von Personalchefs landet so mancher Lebenslauf von jungen Leuten um die Mitte 20, die gleich mehrere Sprachen beherrschen, über  Projekterfahrung mit internationalem Bezug verfügen, durchweg Einser-Abschlüsse vorzuweisen haben und sich nebenbei noch durchgängig für das Gemeinwohl engagieren. Damit liegen sie aber voll im Trend, denn eine Armee von professionellen Bewerbungsexperten rät in Seminaren und Büchern ausdrücklich dazu, den bisherigen Werdegang bei einer Bewerbung deutlich aufzupeppen. Kreativität im Lebenslauf erscheint vielen als Kavaliersdelikt.

Der Lebenslauf soll Werbung für die eigene Person sein

Damit will man sich abheben aus der Masse der Mitbewerber. Sonst ist die Chance, regelmäßig Absagen zu kassieren, prozentual deutlich größer. Doch nicht immer passen die Abläufe der vergangenen Jahre auch zu den Idealvorstellungen, die man mit seiner Eigenwerbung vermitteln will. Da gibt es Brüche, Ungereimtheiten und Lücken. Schnell sind die Gedanken also bei Optimierungsstrategien, was absolut menschlich und auch verständlich erscheint. Da wird aus der letzten Arbeitslosigkeit schnell ein Studienaufenthalt im Ausland und ständige Arbeitgeberwechsel werden als in sich abgeschlossene Projektphasen verkauft.

Derlei Praktiken sind auch längst nicht mehr verpönt. Immer neue Beispiele aus Politik und Wirtschaft haben gezeigt, wie weit man mit solch aufgepepptem Lebenslauf kommen kann. Die Frage ist nur, wann die Grenze zwischen geschönter Wahrheit und glatter Lüge überschritten ist. Manches wird zur Gratwanderung, dann droht das Fiasko schon aus der Ferne. Sind blumige Formulierungen bei den eigenen Soft Skills noch mit einem Schmunzeln hinnehmbar, so erweisen sich Lügen nicht selten als späterer Karrierekiller.

Fälschungen und Lügen sind riskant

Eine Lüge ist bekanntlich eine Täuschung, die bewusst irreführt und beim Adressaten eine Fehlvorstellung über tatsächliche Umstände hervorruft.

Derlei ist ein Kündigungsgrund und kann auch zu Schadenersatzforderungen führen, wenn es um Fragen an den Bewerber ging, die für die Bewertung der Eignung zwingend erforderlich und zulässig sind. Dazu gehören etwa Aussagen über Verfügbarkeit, Nebenbeschäftigungen, den beruflichen Werdegang oder schwere Behinderungen. Das Fälschen von Zeugnissen und Referenzen besitzt darüber hinaus auch strafrechtliche Relevanz. Der Gebrauch gefälschter Unterlagen kann selbst nach Jahren erfolgreicher Tätigkeit noch als Kündigungsgrund herangezogen werden. Natürlich müssen Lüge und Schaden nachgewiesen werden, manchmal ist auch das schwierig.

Unwahre und prahlerische Darstellungen über gesammelte Erfahrungen sollten also immer gut überlegt sein. Die sogenannte Nagelprobe, wo der Beweis für das behauptete Können erbracht werden muss, folgt meist sehr schnell. Ein hohes Maß an Ehrlichkeit ist hingegen auch bei Personalchefs gern gesehen. Viele lieben inzwischen sogar Lebensläufe, die eine ordentliche Portion an Erfahrung vermitteln und nicht immer nur geradlinig verlaufen sind.

An einigen Stellen ist aber selbst die Lüge ohne Folgen: Etwa wenn es um die Konfession, um eine Schwangerschaft oder Fragen zur Familienplanung geht, wenn die sexuelle Orientierung thematisiert wird oder längerfristige Erkrankungen in der Vergangenheit. Dies greift in höchstpersönliche Rechte ein, zu deren Offenbarung niemand verpflichtet ist. Lügen sind hier unschädlich.

Auch noch auf der Suche? Mit TEMPBUS kann das nun endlich auch mal fair und nachhaltig gelingen.

Bildquelle: OpenClipart-Vectors – pixabay.com/de/nase-lang-pinocchio-profil-puppe-156596/