Verschiedene Wege zum Traumjob: Meister seines Fachs

Verschiedene Wege zum Traumjob: Meister seines Fachs

Der Meister gilt noch immer als Könner seines Fachs. Die Tradition der Handwerksberufe in Deutschland ist seit Jahrhunderten untrennbar mit ihren Meistern verbunden. Diese waren es von jeher, die Können und Fertigkeiten ihres Handwerks immer weiter vervollkommnet und an die nächste Generation weitervermittelt haben. In vielen Berufen ist der Meistertitel Voraussetzung, um sich selbstständig zu machen. Noch heute vereint der Handwerksmeister diese Mehrfachqualifikation in einer Position: Er ist Spezialist seines Fachs, Ausbilder des Nachwuchses und Unternehmer seines Betriebes.

Darin unterscheidet er sich wesentlich vom Industriemeister, dessen Qualifikation sich nicht an unternehmerischer Selbständigkeit orientiert. 

Diese Meisterausbildung ist mit der Entwicklung der Industrie entstanden und bezeichnet eine fachliche Weiterbildung mit Personalverantwortung. Der Industriemeister fungiert also vorrangig in einem bestimmten Fachbereich des Betriebes und bildet dort das Bindeglied zur Geschäftsleitung. Mit gleichen Aufgaben und Qualifikationen versehen sind die Fachmeister, deren Fachgebiete aber nicht der Industrie zugeordnet werden können.

Da Aufgaben und Ziele der Industrie-und Fachmeister auf der einen Seite, sich von denen der Handwerksmeister auf der anderen Seite, wesentlich unterscheiden, sind sowohl die Inhalte als auch die Zugangsvoraussetzungen nicht miteinander zu vergleichen.

Für die Anmeldung zur Meister-Prüfung im Handwerk wird eine bestandene Gesellenprüfung vorausgesetzt.

Dabei kann das bisherige Berufsbild durchaus von dem des angestrebten Meister-Fachs abweichen. Wenn Handwerker den Meisterabschluss im gleichen Beruf anstreben, können sie die Qualifizierung zum Meister auch direkt an die Ausbildung anschließen. Bei angestrebten fachfremden Meister-Ehren benötigt man zur Zulassung drei bis vier Jahre Berufserfahrung. Mit einer Ausnahmegenehmigung und ausreichend Berufserfahrung ist es auch möglich, sich ohne abgeschlossene Berufsausbildung für die Meister-Prüfung anzumelden.

Die Meisterqualifikation ist grundsätzlich in vier Kursteile aufgeteilt: praktischer Teil (I); fachtheoretischer Teil (II); betriebswirtschaftlicher und rechtlicher Teil (III); berufspädagogischer Teil (IV). Am Ende jedes Kursteils findet die Prüfung statt. Dabei ist nicht verbindlich vorgegeben, in welcher Reihenfolge man die Kurse absolvieren muss. Es ist auch nicht zwingend erforderlich, dass man die Lehrgänge absolviert. Maßgebend sind die jeweilige Prüfung und die dort erzielten Ergebnisse. Die Abnahme erfolgt immer vor der Handwerkskammer.

Bei der Aufstiegsweiterbildung zum Industrie- oder Fachmeister wird in der Regel eine vorangegangene erfolgreiche Berufsausbildung im selben Fach erwartet.

Bei fachfremden Bewerbern wird zusätzlich eine einschlägige Berufspraxis vorausgesetzt und fehlt eine Berufsausbildung ganz, so muss man schon etliche Jahre dieser einschlägigen Berufspraxis vorweisen können. Die Prüfung gliedert sich bundeseinheitlich in zwei Komplexe: In den fachrichtungsübergreifender Teil (Basisqualifikation) und den fachrichtungsspezifischen Teil (Handlungsspezifische Qualifikation). Diese werden vor der IHK abgelegt und bei Erfolg auch mit dem Meisterbrief honoriert.

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Bildquelle: PDPics – pixabay.com/de/t%C3%B6pferei-potter-lehm-handwerk-topf-166798/