Mutterschaftsgeld – Anspruch, Antrag, Höhe

Mutterschaftsgeld – Anspruch, Antrag, Höhe

Der Mutterschutz ist in Deutschland 2018 neu geregelt worden. Nach immerhin 65 Jahren Geltungsdauer wurde dieses Schutzgesetz endlich den zeitlichen Gegebenheiten angepasst. Nunmehr ist der geschützte Personenkreis deutlich erweitert und auch das Mitspracherecht auf moderne Füße gestellt. Doch daneben können die werdenden Mütter auch Geld beanspruchen, das sogenannte Mutterschaftsgeld. Die gesetzliche Grundlage hierfür findet sich in § 24i SGB V. Wer dabei welchen Anspruch besitzt und in welcher Höhe, darüber gibt es oft noch verwirrende Ansichten. Nachfolgend also ein kurzer Überblick:

Während der gesetzlichen Schutzfrist, 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt, müssen werdende Mütter nicht mehr arbeiten.

In dieser Zeit erhalten sie Mutterschaftsgeld von ihrer gesetzlichen Krankenkasse und einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Die Krankenkasse zahlt bis zu 13 Euro pro Kalendertag. Allerdings nur auf Antrag. Dieser ist so früh wie möglich zu stellen. Am besten schon dann, wenn der Arzt den voraussichtlichen Geburtstermin bescheinigt hat.

Der Arbeitgeber muss zusätzlich einen Ausgleich für den Verdienstausfall in dieser Zeit schaffen. Bemessungszeitraum für den Zuschuss ist der durchschnittliche Verdienst der letzten 3 Monate vor Beginn der Mutterschutzfrist. Zusammen mit dem Mutterschaftsgeld muss dieses durchschnittliche Netto-Monats-Entgelt auch für die Zeit der Schutzfrist erreicht werden. Auch dem Arbeitgeber gegenüber muss der entsprechende Antrag so früh wie möglich eingereicht werden.

Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Zeit des Anspruchs auf bis zu zwölf Wochen nach der Entbindung. 

Alle privat versicherten Mütter hingegen erhalten kein Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse. Auf einen entsprechenden Antrag hin zahlt aber das Bundesversicherungsamt einmalig bis zu 210 Euro. Daneben ist der Arbeitgeberzuschuss fällig, der entsprechend größer ausfällt.

Soweit die werdenden Mütter keiner Beschäftigung nachgehen und familienversichert sind, erhalten diese von der Krankenkasse auch kein Mutterschaftsgeld. Auch sie können aber eine Einmalzahlung über 210 Euro beim Bundesversicherungsamt beantragen.

Mütter, die sich noch in Elternzeit befinden und wieder schwanger sind, haben wiederum Anspruch auf 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Kalendertag von der gesetzlichen Krankenkasse. Ein Zuschuss des Arbeitgebers bleibt in diesem Falle allerdings aus.

Entgegen vieler Behauptungen erhalten auch geringfügig Beschäftigte Mutterschaftsgeld, sofern sie selbst gesetzlich versichert sind. Liegt der bisherige Netto-Verdienst dabei höher als 390 Euro (13 Euro x 30 Kalendertage), muss der Arbeitgeber auch hier die Differenz bezuschussen. Wer als geringfügig Beschäftigte familienversichert ist, erhält vom Bundesversicherungsamt auf Antrag bis zu 210 Euro als Einmalzahlung. Diese Regelungen gelten ebenso für Studentinnen.

Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I haben auch Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Sie erhalten in Summe genauso viel wie bisher. Allerdings zahlt hier die Krankenkasse und nicht das Arbeitsamt

Einzig Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II haben keinen Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Auch die Zahlung des Bundesversicherungsamtes ist ihnen verwehrt. Allerdings können diese bei der Agentur für Arbeit ab der 13. Schwangerschaftswoche Mehrbedarf wegen Schwangerschaft anmelden.

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Bildquelle: OnlineMommyDiva – pixabay.com/de/demn%C3%A4chst-neugeborene-baby-bald-2818254/