Bewerbungsanschreiben – Pflicht und Kür zugleich

Bewerbungsanschreiben – Pflicht und Kür zugleich

Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung werden viele Abläufe in Beruf und Gesellschaft verändert. Daran kommen auch Bewerbungsverfahren nicht vorbei. In diesem Zusammenhang wird oft und gern das Bewerbungsanschreiben als überflüssig und veraltet erachtet. Die Argumente hierzu sind allerdings so oberflächlich, dass auch in naher Zukunft die Mehrzahl der Bewerbungsverfahren nicht ohne Bewerbungsanschreiben auskommen wird.

Es ist Einleitung und Kernstück einer jeden Bewerbung, zugleich erster Eindruck und möglicher Türöffner im ausgewählten Unternehmen. Das Bewerbungsanschreiben ist nach wie vor der wichtigste Bestandteil einer jeden Bewerbung. Während Lebenslauf und Zeugnisse nur statisch Auskunft geben, kann ein Bewerbungsanschreiben Erklärungen liefern und Motivationen vermitteln. Egal ob auf Papier oder in elektronischer Form, seine Gestaltung und vor allem auch sein Inhalt müssen ansprechend sein. Vorlagen und Muster sind hier völlig fehl am Platz.

Allein schon der Aufbau für ein Bewerbungsanschreiben sollte wichtigen Regeln zwingend folgen.

Die Anschrift muss exakt diejenige sein, die in der Stellenanzeige als Adresse benannt ist. Bei Initiativbewerbungen sind der Unternehmensname und die richtige Anschrift noch mit dem Zusatz Personalabteilung bzw. Geschäftsleitung zu versehen. Keinesfalls Massenbriefe verfassen und lediglich die Anschriften austauschen. Das geht oft mindestens in einem Fall schief und den Inhalten merkt man ganz schnell die Beliebigkeit an. In jedem Fall muss das Schreiben mit einem Absender versehen sein, um eine mögliche Reaktion auch zu erhalten. Beides ist im Kopf des Schreibens zu platzieren, zum Beispiel: Ganz oben, in einer Zeile, der Absender, normale Schrift, unterstrichen. Darunter, auf der linken Seite, die Anschrift des Unternehmens, hervorgehobene Schrift, gleiche Größe, angeordnet wie bei einem Brief oder einer Postkarte. Die Anrede in allgemeiner Form.

An das Ende des Schreibens gehören selbstverständlich das aktuelle Datum und die persönliche Unterschrift.

Die Länge des Schreibens sollte nicht zu starr auf eine einzige Seite fixiert sein. Bei jedem, der viele Informationen zu sich liefern will, wirkt das Ganze sonst sehr verkniffen. Allerdings müssen dann auch maximal zwei Seiten ausreichen, alles darüber hinaus sprengt den verträglichen Rahmen. Man soll sich mit dem Schreiben interessant machen und eine Einladung zum persönlichen Gespräch auslösen. Für dieses muss aber auch noch genügend unbekannter Inhalt übrig bleiben.

Ein Bewerbungsanschreiben verdient Ausdauer, Konzentration, Überlegung und Akribie. Es empfiehlt sich immer, ein Bewerbungsanschreiben gegenlesen und notfalls korrigieren zu lassen. So viel Aufwand muss sein, man möchte die Stelle schließlich haben. Mit halber Kraft lässt sich auch hier nichts erreichen. Ist im eigenen Umfeld niemand zur Kontrolle vorhanden, so gibt es auch dafür Beratungsstellen und Hilfestellungen.

Inhaltlich den Lebenslauf zu wiederholen, das ist ebenso uninteressant und schnell für den Papierkorb geeignet wie abgedroschene Phrasen ohne Bezug zur eigenen Person und zum Stellenangebot. Mit der Entscheidung, sich für eine Stelle bewerben zu wollen, ist ein innerer Entschluss verbunden. Man fühlt sich dafür besonders geeignet, bringt die nötige Erfahrung mit oder traut sich den Job aus anderen Motiven besonders zu. Genau diesen Entschluss und seine dazu führenden Gedankengänge und Motivationen sind es, die in ein Bewerbungsanschreiben gehören.

Die fiktive Frage, warum man die geeignete Besetzung wäre, die gehört hier kurz und knackig beantwortet. Soweit man die Behauptungen noch mit ein bis zwei praktischen Details unterlegen kann, wird der Inhalt abgerundet. Der Personalverantwortliche im Unternehmen will sich ein Bild von seinen Bewerbern machen und sie möglichst vorab sortieren. Dabei spielt der Inhalt des Anschreibens eine herausragende Rolle, entscheidet über Fortgang oder Abbruch des Bewerbungsprozesses für den Einzelnen.

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Bildquelle: geralt – pixabay.com/de/bewerbung-antrag-ipad-tablette-1883453/