Gar nicht verstaubt: Regeln für das Vorstellungsgespräch

Gar nicht verstaubt: Regeln für das Vorstellungsgespräch

Ein begehrtes Zwischenziel im Bewerbungsprozess ist ohne Zweifel das Vorstellungsgespräch.

Mit einer Einladung zum Vorstellungsgespräch ist die erste Hürde erfolgreich genommen. Die eingereichten Bewerbungsunterlagen waren zumindest so ansprechend, dass sie Interesse auf mehr geweckt haben. Das Mehr besteht vor allem im persönlichen Kennenlernen, sozusagen der Kür nach bestandener Pflichtübung. Dabei gilt es, ein paar grundsätzliche Regeln zu beachten. Diese sind auch heute keineswegs verstaubt.

Natürlich gibt es bereits ausreichend Ratgeber, die sich mit dem Frage-Antwort-Spiel im Vorstellungsgespräch erschöpfend befassen. Doch nützen diese wenig, wenn der einladende Betrieb sich nicht für Standardfragen und vorbereitete Standardantworten interessiert. Es geht in erster Linie um Sympathie und passende Persönlichkeit, alles andere liegt bereits schriftlich vor. Entscheidend ist also vor allem die Einstellung, mit der man in dieses Gespräch geht.

Der Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch ist in jedem Fall positiv eingestellt: Er möchte seine Vorauswahl nach dem Gespräch gern bestätigt wissen.

Deshalb muss man sich weder verstellen, noch sollte man übermäßig Gelassenheit oder gar Überheblichkeit an den Tag legen.Viel wichtiger ist der erste Belastungstest des eigenen Inneren, in Bezug auf Umfeld und Atmosphäre des neuen Unternehmens. Die Vorstellung, in einem unbehaglichen Gesamtkontext die nächste Zeit beruflich verbringen zu müssen, sollte nie verdrängt werden. Bleibt man also authentisch und so entspannt wie möglich, kommt ganz schnell eine gelöste Atmosphäre zustande.

Diese hilft beiden Seiten, sich intensiver kennenzulernen und die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Selbstverständlich wird das Vorstellungsgespräch vor allem von Fragen getragen, um das äußere Erscheinungsbild abzurunden und die Daten der Bewerbungsunterlagen zu hinterfragen. Dabei ist dem Personaler die Gesprächsleitung zu überlassen. Höflichkeit ist eine gern erwiderte Tugend. Sollten einem allerdings Situationen oder Fragen unbehaglich sein, so darf man das natürlich durchaus zeigen. Auch anfängliche Nervosität ist absolut menschlich, sie muss sich im Laufe des Gesprächs aber legen.

Auch wenn sich relativ schnell ein gutes Gefühl einstellt, zu viel Intimität gilt es zu vermeiden. So gehört in ein Vorstellungsgespräch keinesfalls die Generalabrechnung mit dem bisherigen Arbeitgeber zur Begründung des Jobwechsels. Ebenso verbietet sich ein tiefer Einblick in die eigene Privatsphäre. Freundschaften kann man zu einem späteren Zeitpunkt schließen.

In jedem Fall muss, dem Anlass des Gesprächs entsprechend, genügend Achtung gegenüber dem Anlass und seinen Teilnehmern aufgewendet werden. Dazu gehören, neben höflichen Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit und Blickkontakt, auch Kleidung und Körperpflege. Wie bei jedem Zusammentreffen von Menschen, so entscheiden auch hier die ersten Augenblicke über den Verlauf der Sympathiekurve.

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Bild: Tumisu – pixabay.com/de/interview-job-icon-job-interview-1018333/