Wenn der Chef die KITA zahlt

Wenn der Chef die KITA zahlt

Die Gewinnung von passendem Personal ist inzwischen eine Herausforderung.

Manche Unternehmen haben sogar begriffen, dass man sich dafür echt bemühen muss. Allein das Plakatieren der offenen Stellen reicht hier nicht. Arbeitskräfte sind wählerisch geworden. Wer als Chef nichts Besonderes bieten will, der könnte über kurz oder lang echte Probleme mit der Erledigung seiner Aufträge bekommen.

Das Besondere ist dabei aber nicht nur Lockmittel vor der Einstellung neuen Personals. Die Bindung desselben verlangt vom Chef immer besser reagierende Strukturen und Systeme auf die Bedürfnisse der Beschäftigten. Wer bliebe schon gern und lange einem Chef treu, der nur fordert und nichts Gutes bietet. Die Absicherung der Kinderbetreuung ist dafür ein prädestiniertes Beispiel. Wenn man sich in dieser Frage auf seinen Chef verlassen kann, so hat das erhebliche Auswirkungen auf die Treue zum Unternehmen. Schließlich ist die KITA-Thematik immer noch existenziell für viele Arbeitnehmer.

Mancher Chef hat sich bereits entschlossen, eine eigene KITA für seinen Betrieb zu unterhalten.

Meist sind die Öffnungszeiten den Arbeitszeiten der Eltern angepasst, so dass sich niemand sorgen muss. Diese Leistung des Arbeitgebers muss auch nicht versteuert werden. Gemäß § 3 Nr. 33 EStG sind Arbeitgeberleistungen zur Verpflegung, Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern seiner Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei.

Doch diese Befreiung gilt nicht nur für Arbeitgeberleistungen, die der Chef in der eigenen KITA bereitstellt. Auch Geldleistungen, die der Unterbringung, Verpflegung und Betreuung des Nachwuchses der Beschäftigten dienen, unterfallen dieser Abgabenfreiheit. So können KITA-Gebühren finanziert werden, Tagesmütter und auch andere Pflegestellen. Dabei ist die Höhe des Zuschusses nicht begrenzt.

Werden hingegen Kinder von Mitarbeitern im eigenen Haushalt betreut, sei es durch Angehörige oder auch durch Fremdpersonal, sind eventuelle Arbeitgeberzuschüsse nicht mehr steuer- und sozialversicherungsfrei. Dann wird dieser Zuschuss wie Arbeitslohn behandelt. Gleiches gilt für Beförderungsleistungen zwischen Wohnung und KITA.

Zahlt der Chef also einen Zuschuss zur KITA, weil er keine eigene betreut, so muss er das zusätzlich zu Lohn oder Gehalt tun.

Eine anteilige Umwandlung des geschuldeten Arbeitsentgelts wäre zwar möglich, würde aber bei der Lohnsteuer und bei den Sozialversicherungsabgaben mit entsprechenden Abzügen berücksichtigt werden.

Um nicht nachträglich steuer- und abgabenpflichtig zu werden, benötigt der Chef auch die entsprechenden Belege zu den KITA-Kosten. Diese muss er im Original bei den jeweiligen Entgeltkonten vorhalten, um bei Steuerprüfungen nicht in die Falle der Nachberechnug zu tappen.

Das Thema KITA ist demnach ein sehr probates Mittel, um bei der Personalgewinnung und seiner Bindung zu punkten. Im Idealfall wachsen daraus Treuebekundungen, die über Generationen weitergegeben werden. Schließlich sind auf solchen und ähnlichen Wegen deutsche Familienunternehmen groß und stabil geworden.

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Bildquelle: Taken – bit.ly/2ncCWmR